Der Stationsvorsteher von Mullsjö

An einem Werktag in den 1930er Jahren stieg Hjalmar Fagerström in Mullsjö aus dem Zug, um in der kleinen um einen Bahnhof versammelten Gemeinde im etwas höher gelegenen Süd-schweden seinen Dienst als Stationsvorsteher anzutreten. Schon lange war es der Wunsch des Göteborgers gewesen, hierher versetzt zu werden, denn er wollte das für den Skilauf bestens geeignete Gebiet mit seiner Schneesicherheit für sich nützen.

Als praktisch denkender Naturliebhaber erkannte Hjalmar die Möglichkeiten, die diese Gegend bot, was in ihm den Entschluss reifen ließ, eine Anlage für Naturfreunde zu bauen. Er begann damit, dass er 1936 die Mullsjö-Gruppe der Naturfreunde-Vereinigung ins Leben rief. 1939 wurde dann die erste Skihütte mit Platz für 34 Gäste gebaut, Loipen wurden angelegt, Hänge für den Abfahrtslauf hergerichtet, Tennis- und Sportplätze wurden gebaut und eine Badestelle am See wurde geschaffen. Gäste in großer Zahl strömten herbei: Familien, Sport-vereine, Konferenzgruppen, und bald war die Hütte zu eng.

1944 folgte der nächste Schritt. Mit einem neuen Hauptgebäude mit Speiserestauran, einem weitläufigen Foyer und Zimmern für 70 Gäste sollte es ein großer Wurf werden. Hjalmar Fagerströms sicheres Auge für Farbe und Formen sorgte dafür, dass sich die Anlage harmonisch in ihre Umgebung mit Wald, See und Hügeln einfügte.

 
1967 übernahm sein Sohn Tord. Die Organisation von Seminaren stand nun im Vordergrund und wurde zielstrebig ausgeweitet. Privatgäste kamen an Wochenenden, in den Sportferien und in der Urlaubszeit. Im Abstand von fünf Jahren wurde die Anlage ständig umgebaut und modernisiert mit Kosten von 10 Millionen schwedischen Kronen.

1988 war der Zeitpunkt für eine weitere Großbaumaßnahme gekommen. Der Auftrag ging an den Architekten Carl Nyrén. Er schuf ein Bauwerk in ganz eigner Form und Farbe, der Pool in Marmor, der Tagungsraum schön hell und geräumig, die Gästezimmer nordisch licht, neu hinzu kam ein Trainingsraum.

Die von Tord begonnene Entwicklung wurde weitergeführt, mit Schwerpunkt auf der Aus-richtung von Konferenzen und Tagungen mit unterschiedlichen Beiprogrammen, begleitet von eingearbeitetem Personal und einer vielfach bezeugten guten Küche.

Im September 1999 wurde der letzte Anbau eingeweiht, der dem Hotel ein völlig neues Ge-sicht verlieh. Er umfasst eine ganz neue Eingangshalle, einen Gepäckaufbewahrungsraum, eine Garderobe, Toiletten, die Rezeption, eine Bar, einen Wintergarten, ein VIP-Restaurant, einen neuen Konferenzsaal und ein weiteres Foyer. Dazuhin wurde dieser Anbau durchweg behindertengerecht gestaltet.

So wie das Hotel sich heute präsentiert, erfüllt es alle modernen Ansprüche an Komfort und Geräumigkeit und das Wohlbefinden, das es erzeugt, verdankt sich demselben Geist, der auch seinen Gründer Hjalmar Fagerström geleitet und zufriedengestellt hat.

Im August 2004 wurde das Hotel an den in der Gegend angesehenen Gasthof- und Hotelbe-treiber Josef Darius verkauft, der bereits früher sowohl das Hotel Gyllene Uttern bei Gränna als auch das Hotel Ullinge zwischen Eksjö und Nässjö übernommen hatte. 2010 verkaufte er seinen Anteil am Unternehmen an Gerd Ziegler, der bereits Teilhaber am Unternehmen war. Er wird dafür Sorge tragen, dass das Hotel im gleichen guten Geist, für den es in Schweden allseits bekannt ist, weitergeführt werden wird.